Überlebensfrage Küstenschutz: Inseln fordern verlässliche Finanzierung
Die Inselgemeinde Langeoog und die Stadt Borkum haben gemeinsam eine Resolution mit dem Titel „Zukunft der Inseln Langeoog und Borkum sichern – Klimaschutz ist unsere gemeinsame Aufgabe“ auf den Weg gebracht.
Darin fordern beide Kommunen die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag auf, die besonderen Herausforderungen der Inseln im Zuge der Klimakrise stärker zu berücksichtigen und sie bei notwendigen Klimaschutz- und Küstenschutzmaßnahmen gezielt zu unterstützen.
Ausgangspunkt für die Resolution war ein Antrag von Ratsmitglied Bärbel Kraus (Bündnis 90/Die Grünen) im Rat der Inselgemeinde Langeoog, der die Dringlichkeit eines gemeinsamen, parteiübergreifenden Signals an die Bundespolitik unterstrichen hat. Die Resolution wurde im Anschluss von den kommunalen Gremien beraten und schließlich gemeinsam mit der Stadt Borkum verabschiedet.
Die ostfriesischen Inseln sind nicht nur beliebte Urlaubsorte, sondern vor allem Lebensraum, Heimat und Wirtschaftsstandort. Steigender Meeresspiegel, häufigere Sturmfluten und bedrohte Ökosysteme machen deutlich, dass die Folgen des Klimawandels hier längst Realität sind. Deicherhöhungen, Sandaufspülungen und weitere Küstenschutzmaßnahmen werden damit zu einer zentralen Überlebensfrage für die Inseln.
In ihrer Resolution verweisen Langeoog und Borkum auf das im März 2025 beschlossene Sondervermögen „für zusätzliche Investitionen zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045“. Sie fordern, die spezifischen Belange der Inseln bei der Mittelvergabe zu berücksichtigen und entsprechende finanzielle Ressourcen für Küsten- und Klimaschutz vor Ort bereitzustellen, da die immer angespanntere Haushaltslage der Kommunen es unmöglich macht, dem enormen Investitionsbedarf auch nur annähernd gerecht werden zu können. Zugleich sprechen sich beide Kommunen dafür aus, mittelfristig eine „Gemeinschaftsaufgabe kommunaler Klimaschutz“ im Grundgesetz zu verankern, um die Finanzierung kommunaler Klimaschutzmaßnahmen dauerhaft auf eine verlässliche Grundlage zu stellen.
Bürgermeister Onno Brüling (Inselgemeinde Langeoog) und Bürgermeister Jürgen Akkermann (Stadt Borkum) haben die gemeinsame Resolution an die Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages, Lisa Paus, übersandt.
Beide machen deutlich, dass die Inselkommunen bereit sind, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten – dafür aber einen verlässlichen und auskömmlichen Rahmen durch Bund und Länder benötigen.
